Sportanalyse Fußball

  • Fußball ist eine azyklische Sportart, die Sportart besteht primär aus explosiv-schnellen und schnellkräftigen Aktionen (Sprints, Richtungswechsel, Sprüngen, Schüssen, Pässen und Zweikampfsituationen).
  • In koordinativer Hinsicht sind die Bewegungsaufgaben durch die Beachtung des Spielgeräts (Ball), der eigenen Mitspieler und der Gegenspieler gekennzeichnet.
  • Die Belastung des Fußballers erfolgt intervallartig, kurze hochintensive Spielanteile wechseln mit Pausen unterschiedlicher Länge.
  • Ein Spieler läuft im Schnitt ca. 10-12 km pro Spiel. Von der Gesamtlaufdistanz bestehen ca. 80% aus Stehen, Gehen oder Traben. Die anderen 20% bestehen aus kurzen und intensiven Antritten, Richtungswechsel, Abbremsen, Sprünge und Schüsse. Dies bedeutet, dass mit diesen 20% in der Regel Spielentscheidende Aktionen durchgeführt werden.
  • In einem 90-minütigen Spiel führt ein Spieler ca. 1000-1400 Kurzzeitaktionen durch.
  • Ca. 90% aller Tore werden innerhalb des Strafraums erzielt. Das heißt, Tore werden überwiegend in "Ballungsräumen" erzielt, in denen höchster Gegner- und Zeitdruck herrscht.

Anzahl, Intensität und Länge der Sprints

Die Spielfeldgröße und das taktische Verhalten im Raum stellen die Basis für die Länge der Sprintdistanzen im Fußball dar.

  • Analysen zeigen, dass 96% der Sprints in einem Fußballspiel Distanzen von bis zu 30 m aufweisen. Dabei sind 49% der Sprintdistanzen zehn Meter und kürzer. Aus dieser Verteilung der Sprintdistanzen kann abgeleitet werden, dass sowohl das Sprintantrittsverhalten als auch die maximale Sprintgeschwindigkeit wichtige Ausprägungen der Sprintleistungsfähigkeit im Fußball sind.
  • Mittelfeldspieler haben kürzere Erholungszeiten zwischen den Sprints als Stürmer oder Abwehrspieler. Dabei richten sich 49% aller zielgerichteten Laufwege direkt nach vorne, 7% direkt nach hinten, 9% zur Seite und weitere 10% nach diagonal vorne.
  • 60% der Sprints werden aus der Laufbewegung absolviert.
  • Bei ca. 75% der Sprintaktionen kommt es zur Bedrängnis durch Gegner.
  • Die Gesamtleistung bei Anzahl und Strecke der Sprints steigt mit der Spielklasse.
  • In der ersten Halbzeit sind die Sprintleistungen etwa 5% größer als in der zweiten Halbzeit.
Die Summe aus Drehungen, Richtungswechseln, Sprints und intensiven Läufen ergibt die Anzahl der ersten Schritte:
  • 183 Läufe mit hoher Intensität
  • 904 Drehungen
  • 50 schnelle Richtungswechsel
  • Ein Fußballer macht während eines Spiels im Durchschnitt über 1100 „Erste Schritte“.

Dem Thema "Erster Schritt" wird sich kaum gewidmet. Für viele ist es ein nicht zu beachtender Bewegungsablauf, der selbstverständlich zum Loslaufen dazu gehört. Der "Erste Schritt" entscheidet, ein schnellerer erster Schritt kann einen gewonnenen Zweikampf oder einen Torabschluss bedeuten.

Entwicklung einer Fußballspezifischen Fitness

  • Viele glauben das Joggen, in der Dauer von 45-60 Minuten in der Vorbereitung richtig ist. "Nein, es ist ein Fehler", zuerst die aeroben Energiesysteme zu Trainieren, das macht langsam und träge, die Fußballer joggen während des Spieles keine 90-120 Minuten. Es wird durch das Joggen die Fähigkeit trainiert, lange und langsam zu laufen, außerdem führt das auf Dauer zu einer Umwandlung schnell zuckender Fasern in langsam zuckende Fasern. Dadurch wird die Explosivität, Sprungkraft, Sprintgeschwindigkeit usw. des Spielers beeinträchtigt.
  • Von der Gesamtlaufdistanz bestehen ca. 80% (72 Minuten) aus Stehen, Gehen oder Traben. Die anderen 20% (18 Minuten) bestehen aus kurzen und intensiven Antritten, Richtungswechsel, Abbremsen, Sprünge und Schüsse. Dies bedeutet, dass mit diesen 20% (18 Minuten) in der Regel Spielentscheidende Aktionen durchgeführt werden. Von diesen 18 Minuten sind 2 Minuten Sprinten. Durch die geringe Zeit im Sprintbereich nehmen viele Trainer an, dass das Joggen wichtiger ist als das Sprinten. Aber es kommt genau auf die Sprints, Richtungswechsel, Sprünge und alle anderen explosiven Bewegungen an.
  • Die explosivsten und schnellsten Spieler entscheiden das Spiel, nicht die die am besten Joggen.
  • Es muss also in der frühen Vorbereitung mit kurzen Sprints von 5-10 Sek Dauer begonnen werden, diese Sprints werden dann immer länger. Wir beginnen also mit einem Verhältnis von 1:12, z.B. 5 Sekunden Belastung und 60 Sekunden Pause, dann 1:7, 1:5, 1:2 und am Ende der Vorbereitung 1:1. Vor allem die Fähigkeiten schnell zu beschleunigen, zu springen, die Richtung zu wechseln ohne zu ermüden wird so optimal trainiert.
Woche 1    1:12    20 Sprints mit 5 Sekunden Belastung und 60 Sek Pause
Woche 2    1:7      15 Sprints mit 10 Sek Belastung und 70 Sek Pause

Woche 3    1:5      15 Sprints mit 15 Sek Belastung und 75 Sek Pause

Woche 4    1:2      15 mal 1 Minute Sprint mit 2 Minuten Joggen

Woche 5    1:1      15 mal 1 Minute schnelles Laufen mit 60 Sekunden Pause 

Woche 6    1:1      10 mal 2 Minuten schnelles Laufen mit 2 Minuten Joggen

  • Durch die Variation der Größe des Spielfeldes und der Spieleranzahl kann sportartspezifisch sehr gut trainiert werden. Zum Beispiel 5 mal 5 Meter und 3 gegen 3 Spieler.

Zweite Saisonhälfte

Was sollte ein Fußballer in der zweiten Saisonhälfte machen, damit er mit einer Leistungssteigerung zurückkommt. Eine Regenerationspause ist grundsätzlich kein Problem. Sollte die Pause jedoch zu lange dauern, reagiert der Körper bereits nach wenigen Tagen darauf und die Leistung geht zurück. Das Verletzungsrisiko steigt.

  • Bereits an Tag 1-2 sinken die Beta Endorphin Level, dass beeinflusst die Stimmung negativ.
  • Tag 3-5 Die Muskeln verlieren Elastizität. Die aeroben Energiesysteme verlieren nach 5 Tagen ca. 5% ihrer Leistung.
  • Tag 7-9 Das Vo2max sinkt um ca. 10%. Der Sauerstofftransport wird schlechter.
  • Tag 10 Die Stoffwechselrate sinkt und das ist gerade vor Weihnachten ein massives Problem (viele Kohlenhydrate und wenig Bewegung sind eine tödliche Kombination). Das Körperfett nimmt zu und beeinflusst die Leistung. Die Sprungkraft nimmt ab, Richtungswechsel und das Abbremsen werden schlechter und die Ermüdung in der 2ten Halbzeit nimmt deutlich zu.
  • Tag 11-13 Die maximale Herzfrequenz und die Herzleistung nehmen um 15% ab. Die Muskelmasse verschwindet langsam aber sicher.
  • Tag 14-16 Die Aktivität der Mitochondrien nimmt deutlich ab, das Körperfett nimmt weiter zu, der Muskelmantel weiter ab. Der Stoffwechsel wird langsamer.
  • Tag 17-19 Die Thermogense und der Grundumsatz sinken. Thermogenese oder Wärmebildung ist die Produktion von Wärme durch Stoffwechselaktivität von Lebewesen.
  • Tag 20-21 das Vo2max nimmt um 20% ab.
  • Tag 22-25 alle vorher genannten Parameter verschlechtern sich weiter. Durch den Verlust der Muskelmasse steigt das Verletzungsrisiko.
  • Tag 27-29 die Kraftwerte sind um 30% reduziert.
Sollte sich ein Fußballer zu einer aktiven Gestaltung Entscheiden hat er folgende Vorteile:
  • mehr Muskelmasse
  • weniger Körperfett
  • mehr Kraft
  • mehr Sprintgeschwindigkeit
  • mehr Sprungkraft
  • bessere Agilität
  • geringeres Verletzungsrisiko
  • mehr aerobe und anaerobe Ausdauer

Wie kann ich die ideale Belastungsintensität bei meinen Spielern "einfach" herausfinden?

  • Sportartspezifisch mit dem Counter Movement Jump (CMJ).
  • Liegt die Sprunghöhe deutlich mehr als 8% unter dem Testwert, sollte die Trainingsbelastung deutlich reduziert werden.
  • Liegt die Sprunghöhe deutlich mehr als 15% unter dem Testwert, sollte der Spieler nicht belastet werden.

Mangelt es an Maximalkraft oder Schnellkraft?

Der Squat Jump sollte 81% der Sprunghöhe des Counter Movement Jumps betragen. Ist die Sprunghöhe geringer mangelt es an der Maximalkraft. Liegt die Sprunghöhe über 81% mangelt es an der Schnellkraft.

Schnelligkeitstraining  allgemein

Bewegungsschnelligkeit

In Höchstgeschwindigkeit zyklische und azyklische Bewegungen ausführen.

Aktionsschnelligkeit

In Höchstgeschwindigkeit Aktionen mit Spielgerät durchführen.

Reaktionsschnelligkeit

Sich in kürzester Zeit für eine effektive Handlung aus einer Vielzahl der möglichen entscheiden.

Antizipationsschnelligkeit

Auf der Grundlage von Erfahrungen oder aktueller Erkenntnis die Aktionen des Gegners/Mitspielers und die Spielentwicklung vorausahnen.

Wahrnehmungsgeschwindigkeit

Durch die Sinne wesentliche Informationen zum Spielgeschehen schnell aufnehmen, verarbeiten und bewerten.

Handlungsschnelligkeit

Schnellstmöglich und effektiv im Spiel handeln unter Einbeziehung seiner technischen, taktischen und konditionellen Möglichkeiten.


Die 8 Schritte zur Schnelligkeit

1. Wahrnehmung

 Jede Schnelligkeitshandlung beginnt mit einer Wahrnehmung. Grundsätzlich bedeutet eine bessere Wahrnehmung eine höhere Spielintelligenz.

  • 70 – 80% der Zeit für verarbeitende Prozesse, 20 – 30% für die Umsetzung in Bewegung
  • 90% der Wahrnehmung über die Augen

Beispiele:

  • Dominates Auge

Je größer das Blickfeld ist, desto mehr Informationen bekommt man. Menschen haben ein sogenanntes dominantes Auge, mit dem Informationen wesentlich besser und schneller wahrgenommen werden können, als mit dem nicht-dominanten Auge. Das nicht dominante Auge kann hervorragend trainiert werden. Der Vorteil ist eine wesentliche Vergrößerung des Blickfeldes, die Spieler sind in der Lage mehr Situationen auf einmal zu erfassen, die Entscheidungsqualität und die Leistung auf dem Fußballplatz verbessert

sich. Zudem können Außenbahnspieler die Seiten tauschen, so dass das dominante Auge zum Spielfeld hingerichtet ist, statt nach

außen zu den Zuschauern. Die Spieler müssen daher auch weniger den Kopf drehen.

  • Peripheres Sehen - Aus dem Augenwinkel

Das periphere Sehen ist eine Form der visuellen Wahrnehmung. Wir benutzen im Alltag oder auch beim Training öfters die Worte “ich habe es aus dem Augenwinkel gesehen”. Beim peripheren Sehen ist nicht die zentrale Stelle unserer Netzhaut aktiv, sondern die

nebenliegenden Areale. Im Fußball ist das periphere Sehen sehr wichtig. Ein Fußballspieler, der über eine gute periphere Wahrnehmung verfügt, kann Mitspieler und Gegenspieler im Umkreis auch bei hohen Geschwindigkeiten erkennen und den nächsten Spielzug planen. 

2. Datenverarbeitung

  • Es geht darum die Informationen, die das Auge liefert zu filtern und schnellstmöglich zu verarbeiten.
  • Bei der Datenverarbeitung zählt natürlich auch die Erfahrung, Situationen werden früher erkannt und der Überblick besser behalten.
  • Wie bei jedem Computer der Arbeitsspeicher die Geschwindigkeit beeinflusst, entscheiden im menschlichen Gehirn die Anzahl an Synapsen* über die Leistungsfähigkeit.
  • Eine weitere wichtige Rolle spielen Motivationsgrad, Aufmerksamkeit und Anspannung.

*Synapsen sind die Verbindungen oder spezialisierte Verknüpfungen, über die Informationen im Nervensystem übertragen werden, wo eine Nervenzelle an eine andere andockt. Die Kommunikation zwischen Nervenzellen läuft über diese Synapsen.

3. Entscheidung

Wir Menschen treffen täglich 20.000 bis 100.000 Entscheidungen. Die Entscheidungen werden durch Emotionen, Risikobereitschaft,

Erziehung und Erfahrungen beeinflusst.

  • Treffen von Entscheidungen im Fußball

Im Fußball hat sich das Gehirn folgenden Weg zu Recht gelegt. Das Gehirn benutzt drei Möglichkeiten Situationen schnell zu bewerten, um in der kurzen, zur Verfügung stehenden Zeit, eine optimale Entscheidung treffen zu können. Die Antizipation, Intuition und Entscheidungsschnelligkeit.

 

Erste Möglichkeit: Antizipation

Wenn ein Spieler schon vorausahnen kann, wo der Ball auftreten wird oder welchen Mitspieler sein Gegenspieler wohl anspielen wird, dann hat er eine gute Antizipation. Man spricht dabei auch von der Fähigkeit, das Spiel zu lesen. Spieler, die gut antizipieren können, bestechen vor allem durch ein gutes Stellungsspiel. Diese Spieler können daher schnell in das Spiel eingreifen und damit

eventuell sogar einen gefährlichen Konter einleiten könnten.

 

Beispiel:

  • Erfahrung der jeweiligen Situation
  • Taktik des Gegners durchschauen
  • Verhalten des Gegenspielers
  • Elfmeter, Freistoß
Zweite Möglichkeit: Intuition

Spieler haben weniger Zeit, müssen schneller und deshalb öfter intuitiv entscheiden. Forschungsergebnisse belegen, dass man mit der Intuition in Situationen oftmals zu besseren Entscheidungen kommt als mit dem bewussten Verstand. Das Unbewusste ist in der Lage, weitaus mehr Informationen in kürzerer Zeit zu berücksichtigen, als das Bewusstsein, das zwar sehr präzise ist, jedoch mit nur wenigen Informationen gleichzeitig zurechtkommt.

 

Dritte Möglichkeit: Entscheidungsschnelligkeit

Erfahrene Spieler, die deutlich mehr Entscheidungen während eines Spiels getroffen haben, suchen nicht nach der besten Entscheidung, sondern nehmen die Erste. Und dies ist meistens die Richtige.

4. Reaktion

Definition Reaktion im Allgemeinen

Die Reaktionsfähigkeit bezeichnet die Fähigkeit, auf verschiedene Reize möglichst schnell und zielgerichtet zu reagieren.

 

Definition Reaktion im Sport

Fähigkeit einer schnellen zweck- und aufgabenentsprechenden Einleitung und Ausführung kurzzeitiger Bewegungshandlungen auf verschiedene Signale (optisch, taktil, akustisch) oder vorausgehender Bewegungshandlungen. Dabei liegen die besonderen Schwerpunkte darin, auf unterschiedliche Signale, aus unterschiedlichen Körperpositionen und in Spielformen schnell und angemessen zu reagieren. Ziel einer Förderung der Reaktionsfähigkeit ist die Minimierung der Zeit, die zwischen Reiz und motorischem Antwortverhalten liegt.

 

Man unterscheidet des Weiteren zwischen zwei Arten von Reaktionen des Körpers. Die Einfachreaktion und die Auswahlreaktion.

 

Erste Art: Einfachreaktion

In vielen Disziplinen der Leichtathletik oder beim Schwimmen wird die motorische Aktion durch ein einfaches Signal (Startschuss) ausgelöst. Dem Signal folgt ein festgelegter Bewegungsablauf. Die Signalquelle kann akustisch, optisch oder taktil erfolgen. Bei dieser Form ist der Sportler auf den Reiz vorbereitet, d. h. seine Reaktionsbereitschaft ist gegeben. Dies ist jedoch nur gewährleistet, wenn der Programmablauf derselbe bleibt (Bsp. Sprintlauf). Die Fähigkeit zur Einfachreaktion ist nur bedingt trainierbar. Trotzdem reagiert ein Sprinter beim Start schneller als andere, da er bezüglich des Timings beim Start deutlich mehr Erfahrung hat.

 

Zweite Art: Auswahlreaktion

Bei der Auswahlreaktion muss sich der Sportler beim Auftreten des Signals für eine, aus mehreren alternativen Handlungsmöglichkeiten entscheiden (Läuft er links oder rechts beim Gegenspieler vorbei, spielt er den Ball ab oder nimmt er den Ball selbst mit). Diese Art der Reaktion kommt im Fußball deutlich öfter vor als die Einfachreaktion.

 Einflussgrößen auf die Reaktion

5. Loslaufen

Ein Fußballer macht während eines Spiels im Durchschnitt über 1100 „Erste Schritte“.

Dem Thema "Erster Schritt" wird sich kaum gewidmet. Für viele ist es ein nicht zu beachtender Bewegungsablauf, der selbstverständlich zum Loslaufen dazu gehört. Der "Erste Schritt" entscheidet, ein schnellerer erster Schritt kann einen gewonnenen Zweikampf oder einen Torabschluss bedeuten.

 

Je nach Position des Spielers zum Gegenspieler, je nach Aktion untergliedert sich der erste Schritt.

  • Start ohne Drehbewegung

Schritt frontal

Schritt seitwärts

  •  Start mit Drehbewegung

Offen

Überkreuz

  •  Schwerpunkte

Tiefer Schwerpunkt vor Bewegungsbeginn

Vermeidung eines Konterschrittes

„langer“ erster Schritt

6. Beschleunigen

Nach einem explosiven ersten Schritt, während dem der Spieler beschleunigt hat, gilt es die Geschwindigkeit weiter auszubauen. Die Statistiken aus Fußballspielen zeigen, dass ca. 50 % aller Sprints zehn Meter oder kürzer sind. Der Fußballer sollte also über ein maximales Beschleunigungsvermögen verfügen, da er auf kurze Distanzen viel Geschwindigkeit aufbauen muss. Ein wichtiger Faktor ist das optimale Zusammenspiel von Armen und Beinen, da beide erheblichen Einfluss auf die Bewegungsgeschwindigkeit und somit den Vortrieb haben.

7. Abbremsen

Das Abbremsen sollte für den Fußballer von gleicher Bedeutung sein wie der erste Schritt bzw. das Beschleunigen. Es gilt die einfache Regel: „Nach jedem Loslaufen kommt es auch wieder zum Abbremsen“.

8. Richtungswechsel

Es ist sehr wichtig Richtungswechsel zu trainieren. Richtungswechsel zählen im Fußball zu den Grundbewegungsmustern, werden im Training aber oftmals sträflich vernachlässigt.
  • Im Schnitt absolviert ein Spieler ca. 600 Richtungswechsel zwischen 0 – 90 Grad.
  • Richtungswechsel zwischen 90 – 180 Grad kommen ca. 100-mal vor.

Bei vielen Fußballern scheitert ein sauberer Richtungswechsel an der Fähigkeit, hoher koordinierter Bewegungsgeschwindigkeiten. Dadurch, dass die intermuskuläre Koordination, also das sinnvolle Zusammenspiel unterschiedlicher Muskelketten und Körperbereiche mangelhaft ausgebildet ist, sind keine komplexen Bewegungen möglich. Sehr viele Sportler berufen sich auf ihre körperlichen Voraussetzungen als Ausrede für schlechte Agilität.

 

Aufgrund der Tatsache, dass ein Fußballspieler ständig damit rechnet, die Richtung ändern zu müssen, unterscheidet sich sein Laufstil auch von dem eines Leichtathleten. Charakteristisch für den Laufstil eines Fußballers, sind der niedrigere Körperschwerpunkt und der geringere Kniehub. Diese beiden Elemente befähigen den Spieler, jederzeit auf plötzliche Änderungen der aktuellen Situation zu reagieren.